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Denil – Fischpass

Der Gegenstrompass oder Denil-Fischpass wurde in seiner Urvariante zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und ist eine der ältesten technischen Fischaufstiegshilfen.  Der Einsatzschwerpunkt war die Passage großwüchsiger Salmoniden.

Da die gegenwärtigen Anforderungen auf das gesamte, zu erwartende Fischspektrum abzielen, haben sich die Rahmenbedingungen seit der Geburtsstunde dieses Fischpasses deutlich verschärft. Vom ursprünglichen System etablierten sich im Laufe der Jahrzehnte etliche Bautypen, welche jedoch allesamt  Defizite in der Funktionalität aufwiesen. So war der Nachweis von Kleinfischen, sohlorientierten Wanderern und schwimmschwachen Individuen stets unterrepräsentiert bzw. nicht möglich und somit die Funktionsfähigkeit dieser Bautypen sehr eingeschränkt.

Die grundlegenden Vorteile dieser FAH liegen in der kompakten Bauweise bzw. dem geringen Platzbedarf und den damit verbundenen geringen Kosten. Diese Aspekte dienten als Motivation das bestehende Konzept des DENIL-Passes geometrisch und ausführungstechnisch neu zu überarbeiten. Die Weiterentwicklung dieses Fischpasses geschieht in enger Kooperation mit der TU-Graz. Neben Modellversuchen im Labor wurde eine Pilotanlage im Epipotamal (der Barbenregion) errichtet.

Erste Monitoringergebnisse lieferten bereits den Nachweis von 10 Fischarten, darunter v.a. sohlorientierte Kleinfische, welche bislang in Denil-Pässen unbeobachtet blieben. Die Einzigartigkeit dieser Beobachtungen motiviert zu weiteren Untersuchungen. So wurde bereits ein weiteres Projekt im Epirhithral (Obere Forellenregion) in die Wege geleitet, wo in naher Zukunft die Leistungsfähigkeit des Systems am rhithralen Artenspektrum erprobt wird.

Die Motivation zur Weiterentwicklung besteht darin, einen äußerst wirtschaftlichen und funktionalen Fischpass für die Äschen- und Forellenregion zu entwickeln um die Herausforderungen der Wasserrahmenrichtlinie auch in Zukunft annehmen zu können. Die Tatsache, dass mit diesem Bautyp auf ca. 5 m Länge 1 Höhenmeter überwunden wird, verdeutlicht die maßgebliche Reduktion der Bausubstanz und damit die Kosteneffizienz dieser FAH.

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